Studieren ist in Österreich so beliebt wie noch nie

Das zeigt sich an den Steigerungen bei den Studienanfänger:innen, den prüfungsaktiven Studien und den Studienabschlüssen. Warum gerade die Fachhochschulen für den Bildungsaufstieg eine besondere Rolle spielen. 

 

Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger ist insgesamt deutlich gestiegen:

Im Wintersemester 2025/26 werden 76.086 (ordentliche) Studienanfänger:innen an öffentlichen Universitäten und an Fachhochschulen verzeichnet – so viele wie noch nie. Das sind um 3,4 % (an Universitäten) bzw. 10,1 % (Fachhochschulen) mehr als ein Jahr zuvor, im Wintersemester 2024/25. Und es sind auch um 7 % mehr als im Wintersemester 2020/21, als wegen der COVID-19-Pandemie mit damals 71.363 Studienanfänger:innen ein seinerzeitiger Höchstwert erreicht worden ist.

Signifikant mehr FH-Studienplätze durch gezielten FH-Ausbau:

Mit einem Plus von +2.347 ist es vor allem die Zahl der Studienanfänger:innen an Fachhochschulen, die besonders stark gestiegen ist. Das liegt nicht zuletzt am gezielten Fachhochschulausbau, der in den vergangenen Jahren besonders intensiv vorangetrieben wurde. Seit 2018/19 wurden konkret 2.969 zusätzliche, bundesfinanzierte FH-Anfängerinnen- und Anfängerplätze geschaffen, davon 2.520 in den Zukunftsbereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), Digitalisierung und Nachhaltigkeit, in denen gut qualifizierte Fachkräfte dringend benötigt werden.

An FH/HAW studieren besonders viele First Generation Students. 

Dabei spielen die Fachhochschulen (FH) bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), wie sich viele mittlerweile nennen, mit ihrem Fokus auf die berufs-, anwendungs- und praxisorientierte Ausbildung auf Hochschulniveau eine ganz zentrale Rolle, insbesondere, weil sie der Hochschulsektor mit den meisten sog. „First Generation Students“ sind. 58 % der mittlerweile 65.000 FH-Studierenden zählen zu dieser Gruppe, die die ersten in ihrer Familie sind, die studieren. Sie streben damit einen Bildungsabschluss an, der (deutlich) über dem der Eltern liegt. Bei FH-Vollzeitstudierenden liegt der Anteil bei 55 %, bei FH-berufsbegleitend Studierenden bei 63 %, als fast zwei Dritteln. 

Damit wird der Auf- und Ausbau des Fachhochschulsektors einem Gründungsziel gerecht, die Durchlässigkeit in Richtung Hochschulbildung deutlich zu verbessern. Dem entspricht auch, dass 60 % aller Studienanfänger:innen mit nicht traditioneller Hochschulzugangsberechtigung (Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung, berufliche Qualifikation) an einer Fachhochschule ihr Bachelorstudium aufnehmen.

Eine besondere Rolle nehmen dabei die berufsbegleitenden FH-Studien (FH BB-Studien) ein. Betrachtet man ihre Studienanfänger:innen nach dem Bildungshintergrund der Eltern im Verhältnis zur Verteilung der Bildungsabschlüsse in der Elterngeneration weisen sie eine besonders starke soziale Durchlässigkeit auf. So ist die Wahrscheinlichkeit einer Studienaufnahme mit Eltern mit Matura in FH-BB Studien 1,4 mal höher als mit Eltern ohne Matura. Zum Vergleich: In FH-Vollzeitstudien ist der Faktor 1,77. 

Österreich schwimmt gegen europäischen Trend, Zahl der Studierenden steigt weiter.

Mit 65.000 Studierenden an FH/HAW und mehr als 270.600 an öffentlichen Universitäten ist die Zahl der (ordentlichen) Studierenden im österreichischen Hochschulsystem gesamthaft ansteigend: Mit insgesamt rund 335.600 Studierenden ist damit auch eine höhere Gesamtzahl an Studierenden zu verzeichnen als während der Hochphase der COVID-19-Pandemie. Aufgrund der Beschränkungen gerade während der ersten Pandemie-Jahre war der Andrang an die Hochschulen in ganz Europa bekanntlich besonders groß. Im Gegensatz zu Österreich ist mittlerweile in anderen europäischen Staaten aber wieder ein gewisser Gegentrend zu beobachten: So verzeichnen beispielsweise Deutschland und die Niederlande in den letzten Jahren einen Rückgang der Studierendenpopulationen. 

Der Zuwachs an Studierenden im österreichischen Hochschulsystem lässt sich insbesondere auf die steigende Anzahl der ausländischen Studierenden zurückführen und damit u.a. auch auf die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Attraktivierung und Internationalisierung des österreichischen Hochschulstandorts. Das zeigt sich, wenn man sich die Entwicklungen der neuzugelassenen Studierenden im Zeitverlauf ansieht. Waren an den öffentlichen Universitäten im WS 2019/20, also vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie, 35,8 % aller Neuzugelassenen ausländische Studierende (16.125 von 44.980) und an den FH/HAW 4.225 von 21.487 oder 19,7 %, stiegen diese Zahlen bis zum Wintersemester 2025/26 auf 50.395 und 25.691, das entspricht einem Anteil von 44 % (öffentliche Unis) und 28,1 % (FH/HAW). Dabei verzeichneten die Neuzulassungen aus Drittstaaten in diesem Zeitraum die größten Anstiege (öffentliche Unis 8,4 % auf 13,3 % bzw. FH/HAW 6,4 auf 11,2 %). 

Die größte Gruppe an neuzugelassenen ausländischen Studierenden stammt aber an den Universitäten (WS 2025/26 8.170 oder 16,2 %) weiterhin aus Deutschland und an den FH/HAW aus Deutschland (WS 2025/26 1.995 oder 7,8 %) bzw. aus anderen EU-Staaten (WS 25/26 2.359 oder 9,2 %). 

Umgekehrt ist der Anteil an neuzugelassenen inländischen Studierenden an öffentlichen Universitäten in diesem Zeitraum von 64,2 % (28.855) auf 56 % (28.255) gesunken. An den FH/HAW betrug der Anteil an inländischen Studierenden im WS 2019/20 noch 80,3 % (17.262) – aktuell sind es 71,9 % (18.472).

Die Zahl der Studienabschlüsse ist ebenfalls so hoch wie nie.

Bereits jetzt wird jeder dritte Abschluss an einer Fachhochschule gemacht. Die Zahl der Studienabschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen ist innerhalb der letzten zehn Jahre von 47.653 (2014/15) auf 55.067 (2024/25) angestiegen, wobei das Plus bei den FH-Abschlüssen mit einem Drittel (+33 %) in diesem Zeitraum von 13.114 auf 17.436 FH-Abschlüsse aufgrund des Ausbaus besonders deutlich ausfällt. Das gilt insbesondere für den zentralen MINT-Bereich. Die strategischen Zielsetzungen des BMFWF sehen diesbezüglich ausgehend von 2019/20 eine Steigerung der MINT-(Erst-)Abschlüsse um 20 % vor. Über den gesamten Hochschulbereich zeigen die Zahlen von 2024/25, dass die Steigerung aktuell bei +14% liegt – die Entwicklung geht also in die richtige Richtung.

Wirksame Unterstützung im Studium - stark gestiegene Prüfungsaktivität an Unis

Eine gute Nachricht gibt es auch, was die Prüfungsaktivität an den öffentlichen Universitäten betrifft. Sie stand in den letzten Jahren nicht nur im Zusammenhang mit der Universitätsfinanzierung stark im Fokus. Auch die Universitäten haben sich darauf konzentriert, Studierende im Laufe ihres Studiums möglichst umfassend zu unterstützen, um ihren Studienerfolg zu fördern und Studienabbrüche zu vermeiden. Diese Bemühungen schlagen sich nun auch in der Hochschulstatistik nieder. Waren 2016/17 an den (öffentlichen) Universitäten lediglich 57 % der Studierenden prüfungsaktiv sind es aktuell bereits 66,6 %, also zwei Drittel. Das entspricht genau dem gemeinsamen Ziel, das in den Leistungsvereinbarungen 2025 bis 2027 festgelegt und das somit vorzeitig erreicht wurde.